Selbstverständlich bleiben unsere alten Tiere bei uns und bekommen ihr Gnadenbrot. Ein alter Esel hat abgenutzte Zähne, an denen sich häufig scharfe Kanten bilden, die die Zunge oder die Schleimhaut der Backeninnenseiten verletzen und dem Tier das Kauen verleiden, weil es sehr weh tut. Alte Esel brauchen daher wenigstens einmal im Jahr den Pferde-Zahnarzt, der unter Narkose die Zähne wieder richtet. Alte Esel verwerten ihre Nahrung auch nicht mehr so gut wie junge Tiere und sie haben es gern warm, denn auch sie leiden oft unter Arthrose. Dennoch leben sie gern in der Herde und haben dort auch ihre speziellen Aufgaben: Sie bewachen die Herde, erziehen und sitten die Fohlen, vertreten die Mütter und gelegentlich adoptieren sie auch ein verwaistes Fohlen. Auch wenn sie es nicht säugen können (das muss dann der Mensch machen), so führen und beschützen sie das Kleine und erziehen es. So kann das verlassene oder verwaiste Fohlen als gut sozialisierter, in eine Herde eingebundener Esel aufwachsen. Alte Esel bringen keinen materiellen Wert mehr, den haben sie im Lauf ihres Lebens erbracht. Am Ende ihres Lebens soll es ihnen gut gehen. Das haben sie verdient!
Nelli ist eine Bulgarin, 40 Jahre alt. Ihr Unterkiefer ist 2 cm zu lang, so
dass sie Gras nicht richtig abbeissen kann. Sie hat in ihrem Leben viel
gearbeitet und war trotzdem immer gut gelaunt und freundlich. Sie hat
zwei mutterlose Fohlen hingebungsvoll aufgezogen und ist noch immer
verantwortungsbewußte Tante für die Fohlen. Sie braucht viel
Zuwendung, am liebsten in Form von Streicheln, Putzen, Spazierengehen.
Das fordert sie durch manchmal unsanftes Anstubsen mit dem Kopf ein.
Nach vielen Jahren im Zuchteinsatz bekommt Nelli schon lange ihr
Gnadenbrot.
Spaziergänge machen ihr immer noch viel Freude, auch wenn sie
altersbedingt jetzt nicht mehr ganz so flott unterwegs ist.
Unseren sozialen Beitrag für die Welt der Esel leisten wir im Rahmen der Noteselhilfe e.V. (www.noteselhilfe.org)
Viele der Esel, besonders aber Großesel, die bei ihren Vorbesitzern „aus dem Ruder gelaufen sind“, finden bei uns Raum und Abstand, um wieder ein vertrauensvolles Verhältnis zu Menschen aufzubauen. Erst dann kann die Noteselhilfe sie in andere Hände übergeben. Für diese Tiere ist es wichtig, in kleinen Schritten auf geduldige und verständnisvolle Menschen zugehen zu lernen und wieder Vertrauen aufzubauen.
Wer Zeit und Geduld hat, ist herzlich willkommen!
Hier einige von vielen Beispielen:
Im Feld legen wir Blühstreifen an und am Haus gibt es einen
wundeschönen Blumen- und Staudengarten.
Dafür muss natürlich Saatgut gekauft und eingebracht
werden und manchmal muss auch eine bezahlte
Arbeitskraft im Garten mithelfen.
Artgerechte Tierhaltung ist uns sehr wichtig. Wir versuchen,
unsere Tiere so naturnah wie möglich zu halten. Dabei ist
viel Handarbeit nötig, besonders bei der Weidepflege.
Helfer sind rar und kosten Geld! Wir haben natürlich einen
größeren Flächenbedarf, als ein Betrieb mit konventioneller
Tierhaltung, da unsere Tiere die Weiden nicht vollständig
abfressen müssen, sondern schon lange vorher auf eine
frische Weide umziehen dürfen. Dort können sie dann weiter
das Gras nach ihren Lieblingspflänzchen durchforsten.
Für die Vögel gibt es bereits 97 Nisthilfen, die
Kunstnester werden jeden Herbst gründlich gereinigt
und desinfiziert. Jedes Jahr kaufen wir weitere
Kästen für Fledermäuse, Meisen, Schwalben, Hornissen,
Wasseramsel, Rotschwänzchen, Hummeln und andere.
Mittlerweile haben sich in Hof und Stall 25
Rauchschwalbenpärchen angesiedelt – Uhu, Schwarzstorch
und Kolkrabe sind wieder da und das Tal ist voller Insekten.
Eine große Spatzenschar darf hier auch leben. Auch oder
gerade weil sie sich vom Futterweizen unserer Hühner
reichlich bedienen dürfen.
Ein großer Teil unserer Heuwiesen liegt im
Landschaftsschutzgebiet Mittelrhein. Wir bewirtschaften
diese Trockenrasenflächen naturschonend und landschafts-
gerecht ohne Düngung und ohne Herbizide. Daher ist
unsere Heuernte nie so üppig, wie wir es gerne hätten und
brauchen….
Sei es in der Pflege und Bewahrung des Bornicher Forstbachtals und der Trockenrasenflächen oder bei der Pflege, finanziellen oder sonstigen Unterstützung unserer Esel.
Ihre Mithilfe berechtigt Sie im Gegenzug, immer und jederzeit freien Zugang zu unseren Eseln zu haben.